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Was ist mit jungen Menschen, die praktisch geschickt, zuverlässig oder sozial sind, denen theoretisches Lernen aber schwerfällt?

Für sie kann eine klassische duale Ausbildung schwierig sein, obwohl sie wichtige berufliche Fähigkeiten mitbringen. Fachpraktikerausbildungen können hier eine Tür öffnen.

Ausbildung – nicht Beschäftigung

Fachpraktiker lernen im Betrieb oder in einer Ausbildungseinrichtung und besuchen die Berufsschule. Am Ende machen sie eine Prüfung vor der zuständigen Stelle.

Rechtsgrundlage ist vor allem § 66 Berufsbildungsgesetz (BBiG). Die Ausbildung kommt für Menschen mit Behinderungen infrage, wenn eine reguläre Ausbildung wegen Art und Schwere der Behinderung nicht möglich ist.

Dabei gilt: Die reguläre Berufsausbildung hat Vorrang. Fachpraktikerausbildungen orientieren sich an anerkannten Ausbildungsberufen, haben aber weniger theoretische Inhalte.

Viele berufliche Bereiche

Fachpraktikerausbildungen gibt es zum Beispiel im Verkauf, in der Küche, im Lager, in der Metalltechnik oder im Büromanagement. Bei der IHK Köln gibt es mehrere entsprechende Ausbildungsregelungen.

Ziel ist nicht eine dauerhafte Beschäftigung im geschützten Bereich, sondern berufliche Handlungsfähigkeit und ein Job auf dem allgemeinen Arbeitsmarkt.

Eine Idee aus Köln

In Krankenhäusern, Seniorenheimen und Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen fehlt Fachkräften oft die Zeit für Gespräche, Spaziergänge, Vorlesen oder Freizeitaktivitäten.

Gleichzeitig gibt es junge Menschen, die zwar Schwierigkeiten mit theoretischem Lernen haben, aber Geduld, Einfühlungsvermögen und soziale Kompetenz mitbringen.

Der Kölner Pfarrer Franz Meurer erkannte diese Verbindung. Gemeinsam mit dem Psychiater und damaligen Chefarzt Dr. Manfred Lütz sowie IN VIA Köln entwickelte er daraus den Ausbildungsgang:

„Fachpraktiker/in Service in sozialen Einrichtungen“.

Im September 2014 startete der erste Ausbildungsgang in Köln.

Die Aufgabe war klar abgegrenzt:

Keine Pflege – sondern Service und Zuwendung.

Die Auszubildenden begleiten Menschen, führen Gespräche, lesen vor, erledigen Besorgungen und helfen bei Freizeitaktivitäten. So unterstützen sie die Fachkräfte.

Ein erfolgreiches Modell

2016 bestanden die ersten elf Auszubildenden ihre IHK-Prüfung. Zehn wurden danach übernommen.

2024 berichtete der Kölner Stadt-Anzeiger, dass bereits mehr als 350 junge Menschen die Ausbildung abgeschlossen hatten und im Berufsleben standen.

Was daraus entstand

Eine Idee allein reicht nicht aus, um eine geregelte Ausbildung zu schaffen. Meurer gab den Impuls, Lütz trieb ihn voran, IN VIA setzte ihn um und die IHK Köln entwickelte daraus einen anerkannten Ausbildungsweg.

In der entscheidenden Phase war Gregor Berghausen bei der IHK Köln für Aus- und Weiterbildung verantwortlich.

Aus dem Zusammenspiel von Franz Meurer, Manfred Lütz, IN VIA Köln und der IHK Köln entstand ein Modell, das sich über Köln hinaus verbreitete.

Die wichtigste Botschaft:

Berufliche Bildung sollte nicht zuerst fragen, was ein Mensch nicht kann, sondern herausfinde